Die überarbeitete Schweizer Bundesverfassung gewährleistet seit 1999 explizit Schutz vor Diskriminierung bei homosexueller Lebensweise. Mit dem Partnerschaftsgesetz, das gleichgeschlechtlichen Paaren die Eintragung ihrer Partnerschaft und damit die Erlangung weitgehend gleicher Rechte ermöglicht, ist seit Anfang 2007 eine Gleichberechtigung gewährleistet.
Dadurch wurden die Anliegen von ABQ gestärkt, da das Projekt aktiv dazu beiträgt, die theoretische Rechtsgrundlage in die Tat umzusetzen.

Während all der Jahre aktiver Vereinsarbeit, ist ABQ aber immer wieder auf aktive und passive Widerstände gestossen. Diese haben das Ziel, das Thema Homo- und Bisexualität an die Schulen zu bringen, erschwert. Dennoch hat ABQ immer wieder Unterstützung erhalten.

Erwähnenswert ist die Erziehungsdirektion des Kantons Bern, die sich nach langem Zögern deutlich für die Thematisierung von sexueller Orientierung an Schulen ausgesprochen hat. Sie erachtet das ABQ Schulprojekt heute als sinnvoll und verweist auf die Tatsache, dass die Thematik der Homosexualität zum obligatorischen Unterrichtsinhalt gehört. Diese Haltung stärkt nicht nur das ABQ Schulprojekt, sondern gibt auch Lehrpersonen und SchulleiterInnen eine klare Argumentationsgrundlage gegenüber kritischen Eltern.

Zur gleichen Zeit gab es wiederholt politische Vorstösse im Berner Parlament, welche die ABQ Schulbesuche als Bedrohung für die sexuelle Integrität der Lernenden sahen. Trotzdem war deutlich spürbar, dass die Arbeit von ABQ zunehmende Wertschätzung erfuhr. Die Ansicht, Jugendliche müssten vor der Auseinandersetzung mit verschiedenen sexuellen Orientierungen geschützt werden, ist in der Schweiz nicht mehr mehrheitsfähig. Erfreulicherweise wurde auf dieser Ebene auch die Forderung laut, Homophobie in den Berner Schulen nicht mehr zu tolerieren.

Kauer, M. & Wiedmer, M. (2008). Sichtbarkeit und Thematisierung sexueller Orientierungen an Schweizer Schulen. In: Van Dijk, Lutz / Van Driel, Barry (Hrsg.): Sexuelle Vielfalt lernen. Schulen ohne Homophobie. Berlin: Queerverlag.